BVK: mehr Private Equity-Investitionen im Jahr 2011

27.02.2012

"Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt konnte sich 2011 trotz der europäischen Schuldenkrise und den unsicheren konjunkturellen Aussichten behaupten", so Vorstandsvorsitzender Matthias Kues auf der Pressekonferenz zur heute veröffentlichten Statistik des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) für den deutschen Private Equity- Markt 2011. Die Investitionen in Deutschland stiegen gegenüber dem Vorjahr um 22 % auf 5,92 Mrd. €. Rund 1.200 zumeist kleine und mittlere Unternehmen wurden im Jahresverlauf mit Beteiligungskapital finanziert, womit Beteiligungsgesellschaften ihre Bedeutung für die Finanzierung dieser Unternehmen untermauern. Nur 6 % der im Jahresverlauf finanzierten Unternehmen hatten mehr als 500 Beschäftigte.

Nach einem Investitionsvolumen von 4,86 Mrd. € im Jahr 2010, wurden im vergangenen Jahr 5,92 Mrd. € investiert. Mehr als drei Viertel davon entfielen auf Gesellschafter-Nachfolge. Deren Investitionsvolumen wuchs um knapp 50 % auf 4,6 Mrd. € an. Die Zahl der erfassten Transaktionen blieb dabei nahezu unverändert (2011: 108, 2010: 109) – ein Beleg für eine gestiegene Zahl größerer Transaktionen. Mit 0,69 Mrd. € verfehlten die Venture Capital- Investitionen das Vorjahresergebnis (0,72 Mrd. €) knapp. Auch die Zahl der finanzierten Unternehmen blieb mit 879 hinter dem Vorjahr (965) zurück. Mittelstandsorientierte Minderheitsbeteiligungen (Growth-/Wachstums-, Replacement-, Turnaround-Finanzierungen) summierten sich auf 0,63 Mrd. €. Das Ergebnis des Vorjahres (1,11 Mrd. €) wurde damit verfehlt. Dies war allerdings durch eine einzelne sehr große Minderheitsbeteiligung bei einem Familienunternehmen geprägt.

Das Fundraising der deutschen Beteiligungsgesellschaften erreichte ein Volumen von 2,83 Mrd. € ? das entspricht mehr als einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr (1,20 Mrd. €). Grund für diesen deutlichen Anstieg waren einige öffentliche Fonds sowie Fonds privater Beteiligungsgesellschaften, die in Einzelfällen dreistellige Millionenbeträge erreichen konnten. Damit nähert sich das Fundraising nach den sehr schwierigen Jahren 2009 und 2010 wieder normalem Niveau. „Trotzdem bleibt festzustellen, dass die Zahl neuer Fonds, insbesondere von privaten Beteiligungsgesellschaften, auf niedrigem Niveau verharrt und keine grundsätzliche Verbesserung der Fundraising-Situation deutscher Beteiligungsgesellschaften konstatiert werden kann. Die anhaltende Gefahr für die Kapitalmärkte durch die noch schwelende Euro- Schuldenkrise stützt die Zurückhaltung institutioneller Investoren – zum Nachteil ihrer in Private Equity-Engagements“, so BVK-Vorstandsvorsitzender Matthias Kues.

Ausblick ist verhalten optimistisch

Trotz eines erneut guten Jahres sind die Perspektiven nur bedingt optimistisch. „Inwiefern sich der Aufschwung im Markt auch 2012 fortsetzen lässt, wird maßgeblich von den politischen Erfolgen bei der Eindämmung der Staatsschuldenkrise abhängen. Die Kapitalmärkte reagieren erfahrungsgemäß sehr sensibel auf Störungen“, so Dr. Hanns Ostmeier, Präsident des BVK. Grundsätzlich sind die Beteiligungsgesellschaften aber zuversichtlich für das Jahr 2012. Das belegt die „Private Equity-Prognose 2012“, eine Befragung der BVK-Mitglieder zu ihren Erwartungen bezüglich des Fundraisings, der Investitionen und der Beteiligungsverkäufe in diesem Jahr. So prognostizieren mehr als die Hälfte der Gesellschaften einen leichten oder deutlichen Investitionsanstieg in ihrem Marktsegment und weitere 30 % sehen die Investitionen auf dem gleichen Niveau wie 2011. Beteiligungsgesellschaften im Bereich Wachstumsfinanzierungen/Gesellschafter-Nachfolge sind dabei optimistischer als die Venture Capital-Vertreter.

Ebenfalls optimistisch fallen die Erwartungen hinsichtlich der Möglichkeiten aus, Beteiligungen erfolgreich zu veräußern. Nahezu die Hälfte der Befragten geht von einer Zunahme der Unternehmensverkäufe aus, weitere 44 % von einem zumindest gleichbleibenden Niveau. Tendenziell am zuversichtlichsten ist man bei Trade Sales und bei Verkäufen an andere Beteiligungsgesellschaften. Deutlich kritischer schätzen die Befragten die Exit-Möglichkeiten über einen Börsengang ein. Aber: Jede fünfte Gesellschaft gab an, über mindestens ein börsenreifes Unternehmen im Portfolio zu verfügen, und insgesamt wurden 34 Portfoliounternehmen als börsenreif beurteilt.

Ganz oben auf der Agenda der Beteiligungsgesellschaften wird auch 2012 das Fundraising stehen. 30 Gesellschaften gaben an, bereits mit dem Fundraising begonnen zu haben oder in den kommenden zwei Jahren zu starten. Dabei wollen sie insgesamt 3,67 Mrd. € neues Fondskapital einsammeln.

Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK)

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