Erfolgreicher Auftakt der Veranstaltungsreihe „Biotech Meets Politics“

16.03.2012

Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe des biosaxony e.V. kamen gestern Abend mehr als 90 Gäste im Neubau des DFG-Forschungszentrums für Regenerative Therapie Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD) zusammen, um über das Thema „Biotechnologie in Sachsen 2012 – Bestandsaufnahme und Perspektiven“ zu diskutieren.

Ziel der Veranstaltung, die biosaxony gemeinsam mit dem CRTD und dem Biotechnologischem Zentrum der TU Dresden (BIOTEC) durchführte, war es, die Landtagsabgeordneten und wichtige Entscheidungsträger aus den Ministerien und Kommunen mit den Vertretern der Life Sciences und Biotechnologie-Branche zusammenzuführen und die Entwicklung der Branche 12 Jahre nach Beginn der Biotechnologie-Offensive zu bewerten.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Hans-Jürgen Große, Geschäftsführer des biosaxony e.V., erläuterte der Direktor des CRTD und BIOTEC, Prof. Michael Brand, wie gelebte Wissenschaftsexzellenz aussehen kann: „In Dresden ist in den vergangenen zehn Jahren eine international beachtete Forschungslandschaft in den Biowissenschaften entstanden, die durch ein einzigartiges, sehr lebendiges Netzwerk miteinander verknüpft ist. Die TU Dresden war bereits in der ersten Runde der Exzellenzinitiative mit dem CRTD als Exzellenzcluster und der Dresden International Graduate School for Biomedicine und Bioengineering, die hier im Neubau angesiedelt ist, erfolgreich.“ Hinzugekommen sind das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mit seiner Krebsforschung und zwei Partnerstandorte der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung für Diabetes sowie neurodegenerative Erkrankungen, die sich im harten Wettbewerb um die besten Konzepte, Forscher und Infrastrukturen bundesweit behaupten konnten. Brand weiter: „Nun gilt es, das hervorragend aufgestellte Dresdner Netzwerk Biopolis in seinen exzellenten Strukturen zu verstetigen, jedoch auch die gemeinsame Zusammenarbeit über Institutsgrenzen hinweg von der Grundlagenforschung über die Translation bis hin zu neuen Therapien auszubauen, wofür eine weitere Förderung durch den Freistaat Sachsen unerlässlich ist.“

Im Anschluss ordnete Dr. Viola Bronsema, Geschäftsführerin des Branchenverbandes der Biotechnologie-Industrie, BIO Deutschland, den sächsischen Biotech-Sektor in den nationalen und internationalen Kontext ein. Aus ihren Darlegungen wurde klar, dass Sachsen in den vergangenen 10 Jahren gegenüber den Bioregionen in den alten Bundesländern einen gewaltigen Sprung nach vorn getan hat und im ostdeutschen Ranking nach Berlin / Brandenburg bereits den 2. Platz einnimmt. Dr. Bronsema fügte jedoch hinzu, dass die Biotechnologie weiterhin die Unterstützung der Politik benötige, um diesen Vorsprung zu halten und auszubauen. “Die jüngste Wirtschaftskrise hat es wieder in aller Deutlichkeit gezeigt: Es sind die innovativ arbeitenden kleinen und mittleren Unternehmen (iKMU), die den Wirtschaftsstandort im weltweiten Wettbewerb stabilisierten und sicherten – die Politik muss daher für geeignete Rahmenbedingungen sorgen, die ein weiteres Wachstum der iKMU ermöglichen und den Innovationsfluss fördern.“

Im Vordergrund der Podiumsdiskussion stand insbesondere die Frage, wie es gelingen kann, die Branche in den kommenden Jahren wirtschaftlich noch stärker aufzustellen und die Position Sachsens im globalen Wettbewerb weiter zu verbessern. Im lebhaften Austausch mit dem Publikum diskutierten u.a. der Generalsekretär der Sächsischen CDU, Michael Kretschmer, Dr. Eva-Maria Stange, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der sächsischen SPD-Landtagsfraktion sowie der Erste Bürgermeister der Stadt Dresden, Dirk Hilbert, mit Unternehmern und Wissenschaftlern der sächsischen Biotech-Branche über die zukünftigen Möglichkeiten des Landes für eine notwendige Unterstützung dieser Wachstumsbranche, trotz verschärfter Kassenlage. Hierzu hat sich auf Initiative des biosaxony Verbandes eine Sächsische Zukunftskommission für Biowissenschaften und Lebenstechnologien zusammengefunden. Die eigenständig geführte Kommission mit dem Namen „biosax2030“ besteht bisher aus sächsischen Wissenschaftlern und Unternehmern und wird sich in den kommenden Monaten noch breiter aufstellen. Erste strategische Überlegungen sind bereits formuliert und werden noch vor der Sommerpause zur Diskussion gestellt.

In der abschließenden Zusammenfassung stellte Roland Göhde, Vorstandsvorsitzender des biosaxony e.V., deutlich heraus, dass die entscheidend wichtige Kernaufgabe in der gemeinsam zu gestaltenden zukünftigen Entwicklung, Ausrichtung und Positionierung der sächsischen Biotechnologie liegt. "Der Biotechnologiesektor mit seiner Bedeutung als mittlerweile essentielle 'Forschungs- und Entwicklungsabteilung' und Innovationsmotor für die großen Branchen Gesundheit & Medizin, Ernährung, Umwelt, Energie und für industrielle Anwendungen, spielt eine erhebliche gesamtökonomische Rolle. Die exzellente Ausgangssituation, die im Freistaat Sachsen in den vergangenen 12 Jahren erreicht werden konnte, gilt es nun in einem qualitativ neuen, langfristig angelegten, unternehmerischen Strategieansatz entsprechend effizient und für unseren Standort erfolgreich sowie nachhaltig wirksam nutzbar zu machen. Der Schlüssel hierfür liegt in einer intelligenten Kombination aus Hightech-Transferoffensive und Gründungs- und Wachstumsoffensive, in die seitens der Sächsischen Staatsregierung gut gesteuert zu investieren sein wird."

Im Anschluss an das Vortragsprogramm, durch das die Gäste von Dr. Holger Bengs, Geschäftsführer von BCNP Consultants, geführt worden, hatten die Gäste Gelegenheit, den Neubau und die aktuelle Forschung im CRTD bei Rundgängen näher kennenzulernen und an Präsentationsständen mit den sächsischen Biotech-Unternehmen sowie an wissenschaftlichen Postern mit Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen. Ein gemeinsames Get-Together lud zum ausführlichen Austausch der im Programm diskutierten Themen ein.

Hans-Jürgen Große, Geschäftsführer des biosaxony e.V., zieht ein positives Fazit der Veranstaltung: „Trotz kurzfristig einberufener Klausurtagungen der Fraktionen im Sächsischen Landtag und in der Stadtverwaltung Dresden ist es gelungen, mit einer repräsentativen Gruppe sächsischer Politiker die bisherigen Erfolge der Biotechnologie in Wissenschaft und Wirtschaft zu bewerten und über die weitere Entwicklung dieser Branche sowie die mögliche Unterstützung der Staatsregierung zu diskutieren“, so Herr Große nach der Veranstaltung, und fügt hinzu: „Diese Veranstaltung soll der Anfang einer sich etablierenden Gesprächsreihe Bilden.“

biosaxony e.V.
Tatzberg 47, 01307 Dresden

Ulrike Novy
Projektkoordinatorin
Tel. (0351) 796 55 00
Fax (0351) 796 56 10
Cell (0176) 179 655 00

mail: novy@biosaxony.com

Vorstandsvorsitzender: Roland Göhde
Der Verein ist eingetragen beim Amtsgericht Dresden – VR 5182

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